6. Oktober 2007
KURT STEUDLER
cablecom GmbH
cablecom digital tv
z.H. Direktion
Postfach
8112 Otelfingen
Technische
Unterstützung
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich teile Ihnen mit, dass sich Ihre Firma im Bereich „technische Unterstützung der Kunden“ disqualifiziert hat.
Gerne begründe ich mein Urteil:
Nach der Zulieferung und Installation Ihrer „mediabox“ bleiben ein paar Fragen offen, die ich am 1. Oktober an Ihre technische Unterstützung formuliere.
Dabei ist bereits das Eingeben einer einfachen Mail an Sie ein Ärgernis und so gestaltet, dass ich beinahe entnervt aufgebe. (Die Eingabe von Name und Kundennummer müssten genügen).
Meine Fragen waren:
Sehr geehrte Damen und Herren
Die SetTop Box ist eingerichtet und funktioniert.
Leider fehlen die näheren technischen Angaben zu dieser Thomson-Box.
Insbesondere interessieren die Ausgänge.
Welche Ausgangsimpedanz haben die beiden Audioausgänge?
Besteht die Option auf einen optischen Digitalausgang oder muss ich mich mit veralteter Technik abfinden?
Lässt sich die Box auch ganz abschalten und wenn nicht, welche Leistung wird aufgenommen ?
Mit freundlichen Grüssen
Erwartet habe ich die Zustellung eines Blattes mit dem Titel „Technische Spezifikationen“ wie es jeder handelsüblichen SetTopBox (DVB-T, DVB-S) beiliegt oder Impedanz - Angaben wie 500mVpp an 1kΩ o.ä.
Ihre Antwort am 3. Oktober lautet:
Sehr geehrter Herr Steudler
Vielen Dank für Ihre E-Mail.
Die mediabox ist mit folgenden Ausgängen bestückt:
RF out
RF in
Digital Audio Out
Audio Out
Scart Anschlüsse
Netzkabel Anschluss.
Mit dem Digital Audio Out Ausgang, ist es möglich, Dolby Digital-Tonspur zu empfangen, sofern der Programmanbieter diese so mit sendet und Sie eine dolly-digital-taugliche externe Hi-Fi-Heimkino-Anlage angeschlossen haben.
Freundliche Grüsse
Mit minimalem technischem Verständnis für das, was Sie verkaufen, haben Sie wahrscheinlich bemerkt, warum Sie sich im Bereich „technische Unterstützung der Kunden“ disqualifiziert haben.
Von meinen Fragen haben Sie keine einzige gelesen und beantwortet (Problem der Wahrnehmung). Sie haben die Zeit genutzt, um einige Allgemeinplätze aus der dem Gerät beigelegten Gebrauchsanweisung abzuschreiben.
Dass die Box keinen digitalen optischen Ausgang (optischer TOSLINK-Anschluss; ermöglicht galvanische Trennung), sondern nur den S/P-DIF in Coax kennt, verdeutlicht den technischen Stand Ihrer proprietären Produkte und war zu erwarten.
Es ist bekannt, dass mangelnder Wettbewerb nicht zu Spitzenleistungen führt.
Traurig stimmt die Tatsache, dass Sie nicht wissen, was die „mediabox“ im „Standby-Modus“ verbraucht und nicht wissen, dass diese sich nicht ausschalten lässt.
Da die meisten Boxen im Normalmodus verbleiben – die Nutzer schalten den Fernsehapparat ab und denken, die Box sei damit auch ausgeschaltet – spielt dieses Wissen wohl auch keine grosse Rolle.
In absehbarer Zeit werden Sie eine Million Kunden mit „digital-tv“ versorgen, was zu einem Anstieg der Anschlussleistung um 25 MW führt. Wir benötigen für Sie zusätzlich ein mittelgrosses Flusskraftwerk.
Ich frage mich, wie lange wir uns in der Schweiz noch Monopole wie das Ihre leisten wollen und können. So wie die Swisscom die Telefonapparate freigab, sollten Sie nach meiner Meinung die Set Top Box freigeben, was problemlos möglich ist, wenn Sie normgerechtes DVB-C übertragen.
Zudem sollten Sie das Kabelnetz Dritten so zur Verfügung stellen, wie das die Swisscom auch muss. Beide Netze sind Monopolnetze und beide Netze sind vom Volk bereits mehrfach bezahlt.
Mit freundlichen Grüssen
Geht an:
die SKS
den Schweizerischen Beobachter
die Wettbewerbskommission